Ich habe einen sehr schönen Spruch in einer Zeitschrift gelesen und diesen möchte ich zu Beginn unserer kleinen Tochter widmen …

„Fliegen ist schwer“   „Dennoch breite die Arme aus und nimm einen Anlauf für das Unmögliche.Nimm einen langen Anlauf damit du hinfliegst zu deinem Himmel

daran alle Sterne verlöschen.

Denn Tag wird. Ein Horizont zeigt sich immer.

Nimm einen Anlauf.“

  

Ich denke, dass sich nun ein Horizont zeigt … schön langsam geht auch für uns die Sonne auf, und ein neuer schöner Tag beginnt … Cara macht tolle Fortschritte … und das bedeutet für uns immer wieder ein schöner Tag.

 Es geht uns den Umständen entsprechend gut. Cara ist die meiste Zeit zufrieden, natürlich am liebsten dann, wenn sich jemand mit ihr beschäftigt, Sie ist ein Sonnenschein, sie lächelt viel, sehr viel und ich habe das erstmal das Gefühl, dass endlich eine Art Kommunikation zwischen ihr und ihrer Umwelt stattfindet. Cara ist sehr aufmerksam auf alles was um sie herum passiert, sie horcht und lächelt nicht selten aufgrund dessen was sie hört. Egal was, es kann das Bellen eines Hundes, Vogelgezwitscher oder ein elektrisches Gerät sein. Es kann ihr eigenes Husten, Gähnen, Schluckauf oder Schnarchen sein … Cara lächelt und wenn es ihr besonders Spaß macht, dann lacht sie richtig „mit Ton“ J … vor allem dann wenn anders jemand in ihrer Nähe herzhaft lacht…. Es fällt auf, dass sie in letzter Zeit auf bestimmte Wörter gut reagiert. Zurzeit sind es „Papi, Peppi“ (so heißt unser kleines Kätzchen) und „Cara“ .. wenn ich sie rufe und ihren Namen mehrmals hintereinander sage, dann fängt sie auch an zu lächeln… Es ist einfach sooooo schöööön !!!Noch vor einigen Monaten haben wir sie immer gebeten zu lächeln … jetzt tut sie es … Zurzeit bitte ich sie immer mit mir zu sprechen … vielleicht tut sie das auch bald wieder… J

Cara ist auch von den Gliedmassen sehr entspannt, die Ärmchen spannt sie nicht mehr so sehr nach oben, die Hände sind auf und sie greift sofort zu wenn man ihr was anbietet.

Unsere Delphin-Therapeutin war nach der Sommerpause sehr von ihr angetan. Sie meinte sie sieht jetzt ein völlig anderes Kind als noch im Mai und jetzt könnte man sie ganz anders therapieren.  Cara wäre auf dem guten Weg und „wir hätten das Gröbste überstanden“ sagt sie. Dann sagte sie einen Satz der mich sehr aufgewühlt hat : „Cara hat sich entschieden zu bleiben und zu kämpfen“ …

 

Die erwähnte „Tomatis-Therapie“ ist auch eine tolle Sache, Cara hat natürlich keine Kopfhörer vertragen, aber Frau Krüger hat für sei einen Gürtel besorgt, welcher ihr um den Rücken geschnallt wird. Daran befindet sich ein kleines Gerät durch welches die Musik strömt und eine Vibration auslöst. Diese Vibration wird über die Wirbelsäule in das Gehirn transportiert. Frau Krüger meint, dass Knochen einen Schall viel schneller transportiert als Luft. Dinge gibt’s !!! Wieder was Neues gelernt. Cara ist allerdings nicht immer ruhig in der Therapie, nur wenn ich sie auf dem Arm halte und kuschele. Letztes Mal ist sie sogar eingeschlafen. Und ich konnte dadurch auch ein wenig entspannen  J Nur das Autofahren ist immer noch ein Krampf, und deswegen nehme ich immer jemanden mit, der Cara hinten auf dem Arm hält …

  

Unsere Maus zeigt ganz genau was ihr gefällt und was nicht. Und das ist gut so !

 

Seit 10 Tagen füttere ich sie regelmäßig, jeden Tag mindestens ein Mal über den Mund… Und sie macht es so toll ! Sie isst mittags ein ganzes Pöttchen Brei leer und nachmittags manchmal Obstbrei. Ich habe mich so sehr gefreut als die Schwester vom Pflegedienst sie fütterte und ich sah, dass das ganze Pöttchen leer wird ! Wieder ein Megaschritt nach vorne !! Leider weiß ich noch nicht genau wann sie genug hat, das muss ich noch austesten, obwohl manchmal dreht sie den Kopf weg wenn ich ihr den Löffel reiche. Und wenn es ihr nicht schmeckt, verzieht sie das Gesicht wie eine Grosse !!! J

  

Ab nächster Woche bekommt  Cara 14-tägig eine Seh-Frühförderung. Das erste Kennen lernen mit Frau Hoffmann verlief ganz gut, sie war mit Cara fürs erste auch zufrieden. Sie ist sehr nett und geht super mit Cara um. Trotzdem steht uns noch ein Besuch bei einer Augenärztin bevor. Es ist wichtig, dass bei Cara organische Probleme ausgeschlossen werden.

  

Die Nächte sind auch was besser geworden, Cara wird nicht mehr jede Nacht wach. Wenn ja, dann weint sie auch nicht mehr so lange, ich gebe ihr bei Bedarf aber auch direkt das Diazepam damit sie sich gar nicht erst einschreit. Dann gehen wir in der Regel in mein Bett und damit wir zwei Damen ruhe haben, muss Papi runter auf die Couch. Und Papi tut mir dann so leid, aber er ist einfach zu unruhig, er schnarcht und manchmal kommt auch ein Arm um die Ecke geflogen J J. Aber ich genieße die Momente auch wenn Cara neben mir im Bett liegt und ich ihren Atem höre, dann bin ich auch eben ruhiger und schlafe tiefer.

 Die letzten Abende habe ich mit Fotos sortieren verbracht. Wir haben alle Fotos von Cara noch mal bestellt und ich habe neue Alben angelegt. Die alten waren einfach auseinander gepflückt, ihr wisst wie das ist wenn jeder ein Foto haben möchte. Dann gibt es „Löcher“ im Album. Es war aber nicht leicht die Fotos alle wieder zu sehen. Gestern Abend habe ich während dessen Magenschmerzen bekommen und wunderte mich. Nachdem ich ins Bett gegangen bin, waren sie weg. Ich hatte den aufkommenden Schmerz beim Betrachten der Fotos runtergeschluckt und er hat sich im Magen festgesetzt. Es tut immer noch verdammt weh, die alten Zeiten revue passieren zu lassen ! Ich denke das wird nie vergehen, diese Narbe wird immer wehtun !!! Natürlich freue ich mich über Cara´s Fortschritte und habe viele Menschen um mich die mich unterstützen und mir Mut machen, aber trotzdem fühle ich mich manchmal einsam, einsam mit meinem Schmerz und meiner Verzweifelung, mit meiner Ohnmacht. Trotzdem wünsche ich mir, dass alles nur ein Alptraum ist und ich bald daraus erwache. Ihr seht, wieder dieses hin und her meiner Gefühle und Gemütszustände. Obwohl manchmal alles schwer zu ertragen ist, weiß ich tief in meinem Inneren, dass nächstes Jahr alles noch viel besser wird. Da gibt es ja die zwei Ärzte die Cara helfen möchten, da gibt es unser Hausbau-Projekt und da gibt es unsere Familien die uns unterstützen. 

Da gibt es aber auch andere viele Menschen die uns helfen, die uns mit Rat und Tat beistehen …. Und da gibt es Doris und Hans-Gerd die unermüdlich weiter Spenden für Cara sammeln. Die beiden lassen sich ständig was einfallen, wie sie Cara´s Spendenkonto füllen können.

 

Am 23.08. haben sie ein Kinderfest an ihrem Bistro organisiert. So richtig mit Spielen, Kinderüberraschungen, Preise und Urkunden. Mit frischem Reibekuchen, Kuchen und Gegrilltem. Außerdem haben sie einen Rennwagen vom Nürburgring organisiert, ihn zur Show auf den Parkplatz vor das Bistro gestellt. Es wurden Lose verkauft und man konnte eine Fahrt als Beifahrer am Nürburgring gewinnen. Und das alles zu Gunsten von Cara. Ich bin unheimlich gerührt und beeindruckt, dass so viele uns fremde Menschen an unsere kleine Maus glauben und sie auf ihrem Weg mit unterstützen. Nach dieser Aktion möchten auch weitere Nachbarn hier in unserem Ort was für Cara tun, sie haben in ihren Geschäften Spendentöpfchen aufgestellt. Eine auch sehr nette Familie möchte in zwei Wochen, wenn unser Ort 1000 Jahre Bestand feiert, Waffeln zu Gunsten von Cara verkaufen.

  

WIR DANKEN AUS GANZEM HERZEN ALL DIESEN MENSCHEN DIE SICH FÜR CARA ENGAGIEREN !!!!

 

Bis bald

Eure Lucy